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Rauchen, Dampfen & Laufen verträgt sich nicht!


Der Einstieg

Als letzter meiner Freunde habe ich mit dem Rauchen begonnen. Bei uns am Gymnasium gab es einen Raucherhof, wo meine Kumpels in den längeren Pausen gemütlich eine Zigarette geraucht hatten. Lange Zeit stand ich nur daneben, ohne selbst zu rauchen. Irgendwann habe ich dann, weil ich mir ohne Zigarette blöd vorgekommen bin, auch damit begonnen - und mir hat es relativ schnell geschmeckt. Im Gegensatz zu den meisten meiner Schulkollegen rauchte ich nicht gelegentlich und anlassbezogen, sondern täglich und regelmässig. Es muss ca. 1991 gewesen sein, ich war da um die 17 Jahre alt.

18 Jahre später habe ich mit dem Laufen begonnen.

 

Der Schmerz war gross - doch die Sucht war grösser!

Nie werde ich den Schmerz in meinen Bronchien vergessen, den ich nach wenigen hundert Metern bei meinem ersten Laufversuch in den Lungen verspürte. Dieses fürchterliche Brennen bei jedem Atemzug! Gerade wenn ich schneller gelaufen bin, war der Schmerz fast unerträglich! Aber ich habe damals noch nicht mit dem Gedanken gespielt, mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen war für mich Freiheit, Passion und eine schier unüberwindbare Sucht.

Ich hatte zwar schon 2 Perioden hinter mir, wo ich ein paar Monate nicht geraucht hatte, aber im Kopf war Rauchen noch immer zu sehr mit Befreiung, Glück und Belohnung verknüpft.

 

Rauchender Halbmarathon

Im April 2015 bin ich meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Als Raucher! Ich habe, wie bei den anderen Rennen davor, wenige Minuten vor dem Start im Abseits noch schnell eine Zigarette geraucht! Zigaretten und Feuerzeug hatte ich am Mann, denn als ich nach 2:01:51 das Ziel erreichte, musste ich auch gleich eine Belohnungszigarette rauchen!

Während des Laufens hatte ich mir allerdings geschworen, dass ich damit aufhören muss, weil es mich zu sehr behindert und die Schmerzen irgendwann einfach zu stark sind. 


Dampfen als Alternative

Am 4. Juli 2015 (Unabhängigkeitstag in den USA - wie passend!) ging ich auf dem Weg zum Einkaufen bei einem Dampf-Fachgeschäft vorbei. Minutenlang stand ich vor dem Schaufenster, ging dann aber doch weiter einkaufen. Doch während des Einkaufes drehten sich meine Gedanken die ganze Zeit um diese Alternative. War sie wirklich gesünder? Würde sich mein Gesundheitszustand verbessern? Die Schmerzen in den Bronchien? Die Blockade beim tiefen Einatmen? Aber die wichtigste aller Fragen: werde ich trotzdem genug Nikotin bekommen und diese Erlösung verspüren, wenn ich den Nikotindampf inhaliere?

Ich hab es dann einfach versucht und zu meinem Glück hat es mir gleich geschmeckt und ich habe seit diesem Tag nicht mehr geraucht, nur mehr gedampft!

Nach wenigen Monaten waren die Schmerzen in den Bronchien weg und die Lunge hatte sich schon ein wenig erholt. Die Blocke bei den tiefen Atemzügen blieb aber.

Der Nachteil beim Dampfen war jener, dass ich nun ständig diese Verdampfer bei mir hatte, und auch immer herumgedampft habe, wenn sich die Gelegenheit geboten hat. Und sei es nur für 2-3 Züge ...

Selbst im Wohnzimmer habe ich gedanpft, denn es blieben ja im Prinzip keine übelriechenden Rückstände in der Luft!

 

Das endgütige Aus

Als Übergang zum Nichtraucher war das Dampfen für mich als Station geplant, ich wollte ja auch damit aufhören, aber das war eben sehr schwer.

So um den Dezember 2017 herum war ich in Krumau und hatte das Ladegerät für den Akku des Verdampfers daheim vergessen! 3 lange Tage ohne Dampf, denn in Tschechien gab es nur Zigaretten - und das wollte ich nun wirklich nicht mehr.

Es waren 3 harte Tage, aber als wir daheim waren, hat mir meine Lebensgefährtin erklärt, dass sie es begrüssen würde, wenn ich auch daheim nicht mehr dampfen würde - am besten würde ich gleich aufhören, denn im Prinzip hatte ich ja schon gezeigt, dass ich ohne Nikotin auch leben kann.

Ein paar Wochen später, Anfang Februar 2018, hab ich dann einfach damit aufgehört und bin jetzt in ein paar Tagen 1 Jahr nikotinfrei und bald 4 Jahre rauchfrei!

Ich fühle mich besser als je zuvor! Keine Probleme beim Atmen! Kein Druck, kein Brennen, keine Blockade mehr! Ich kann grosse Mengen an Sauerstoff aufnehmen und die gute Durchblutung verstärkt den Effekt noch!

Die guten Ergebnisse beim Laufen waren eine grosse Motivation für mich und haben ebenso dazu beigetragen, dass ich die Sucht überwinden konnte.

Meine VO2max (maximale Sauerstoffaufnahme) ist aktuell bereits bei 53 ml/min/kg, was mich extrem anspornt, mich noch weiter zu verbessern!

 

Dank des Laufens keine Gewichtsexplosion

Jeder Raucher fürchtet sich wohl auch vor der Gewichtzunahme, sollte er einmal mit dem Rauchen aufhören!

Nikotin zügelt den Appetit, durch das Rauchen wird unser Immunssystem dauernd beschäftigt, was auch wieder Kalorien verbraucht.

Kurz: der entwöhnte Ex-Raucher verbraucht weniger Energie (Kalorien) und hat mehr Appetit (mehr Kalorien).

Dadurch, dass ich konsequent gelaufen bin, habe ich nur am Anfang der Entwöhnung 2-3 kg zugenommen, die aber schnell wieder herunten waren. Frustrierend war nur, dass ich trotz 20-30 Laufkilometer pro Woche nichts abgenommen habe.

Letztendlich sieht meine Bilanz nach einem Jahr so aus: erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört und ca. 5 kg Gewicht verloren - dem Laufen sei Dank!

 

 

Manchmal träume ich, dass ich mir eine Zigarette anzünden würde. Doch schon nach dem ersten Zug bereue ich es und wenn ich dann aufwache, bin ich so froh, dass es nur ein Traum war ...

 

 

 

Das hat sich doch richtig gelohnt!

Doch dazu später mehr!

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