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18. Linz Marathon 2019


Meine 6. Teilnahme am Linz Marathon, mein 3. Halbmarathon.

Viel habe ich mir für diesen Lauf vorgenommen, viel habe ich trainiert! Viele Fehler habe ich in der Vorbereitung gemacht - aus denen ich allerdings gelernt habe!

Aber der Reihe nach ...

 

Das Ziel

Es war schon immer mein erklärtes Ziel, mich bei jedem Wettbewerb zu steigern. Nach 2015 (vorgenommen: 1:59:59, gelaufen: 2:01:51 - verletzt gelaufen) und 2016 (vorgenommen: 1:59:59, gelaufen: 1:55:40 - 41 Sekunden schneller, und ich wäre unter 1 Stunde 55 Minuten geblieben ...) wollte ich diesmal die 1 Stunde und 50 Minuten unterbieten.

1:49:59 war mein grosses Ziel, das durchaus in Reichweite war, aber ich wusste auch, dass ich dafür sehr hart trainieren müsste.

Nachdem ich 2017 wegen eines Auslandsurlaubs absagen musste und 2018 verletzungsbedingt nicht starten konnte, war ich aber sehr motiviert, wieder von einem so tollen Publikum ins Ziel getragen zu werden. Da ich Ende des Vorjahres meine Laufleistung auf 150 Kilometer pro Monat erhöht hatte, um endlich die 1000 gelaufenen Kilometer in einem Jahr zu schaffen, war auch schon eine sehr gute Ausgangsbasis vorhanden.

 

Die Vorbereitung

2 volle Halbmarathons pro Monat um den Körper an die Distanz zu gewöhnen, zusätzlich ein hartes Intervalltraining, um den Körper die erhöhte Geschwindigkeit an zu trainieren. Zwischendurch mittellange Läufe, um die Grundlagenausdauer zu verbessern.

Das klingt nach viel, war es auch - sogar zuviel! Zumindest für meinen schon etwas in die Jahre gekommenen Hobbyläuferkörper!

Im Training läuft man eigentlich nie über die gesamte Wettkampfdistanz, das wusste ich, aber ich war auch sehr von meinem Körper überzeugt und wollte die Sicherheit, dass ich die 21 Kilometer locker laufen kann.

Nach intensiven Intervalltrainings benötigt der Körper Zeit zum Regenerieren. Auch das wusste ich, aber  ...

Anfang März, ich war bis dahin 3x die volle Halbmarathondistanz im Training gelaufen (einmal sogar in der von mir angepeilten Zeit von 1 Stunde und 49 Minuten), bekam ich hartnäckige Knieschmerzen im rechten Knie und das äussere Seitenband in linken Fuss hat ebenfalls geschmerzt.

So war ich in den wichtigen letzten 6 Wochen vor dem Bewerb mehr damit beschäftigt, meine übertrainierten Gliedmassen einzuschmieren und mit Topfenwickeln wieder fit zu bekommen! Man lernt aber daraus - only fools make mistakes twice!

 

Der Halbmarathon

Es war sehr kalt, ca . 5°C, als ich aufgestanden bin. Also gleich einmal eine lange unter der kurzen Laufhose angezogen, Unterleiberl, Langarmleiberl und wasserdichte Laufjacke drüber - es bestand ja auch die Möglichkeit eines Regens.

Mit dem Auto zum Cineplexx, von dort zu Fuss zum Quelleparkplatz, dort mit dem Shuttlebus zum Brucknerhaus und wieder zu Fuss zum Start auf die VOEST Brücke. Auf dem Weg zum Start habe ich auch meinen Arbeits- und Laufkollegen getroffen und so sind wir gemeinsam zum Start gegangen und konnten die Wartezeit bis zum Start kurzweilig überbrücken und gemeinsam frieren.

Der gemeinsame Start von mehreren tausend Läufern ist jedes mal eine extremes Erlebnis, bei dem es einem eiskalt über die Schultern läuft, aber so ein Massenstart ist auch immer eine Herausforderung, bis man sein Segement gefunden hat, in dem man mitlaufen kann, ohne dass langsamere Läufer einen behindern!

5 Minuten und 11 Sekunden durfte ich für jeden Kilometer brauchen, um meine angepeilte Zeit laufen zu können. Aus dem Training wusste ich, dass ich auch schneller laufen kann, allerdings nicht über die ganze Distanz und mit einem massiven Leistungseinbruch auf den letzten 4-5 Kilometern. Daher war der Plan folgender: ohne grosse Anstrengung ein paar Kilometer unter 5 Minuten Pace laufen - je mehr desto besser - um einen bequemen Polster für die letzten Kilometer zu haben.

Gesagt, getan! 4:59, 4:50, 4:50 ... Kilometer um Kilometer bin ich unter 5 Minuten gelaufen! Als ich bei Kilometer 14, nach 2/3 der Distanz, immer noch alle bis auf einen Kilometer (und der war 5:01) unter 5 Minuten gelaufen war, wurde mir durch meine Berechnung klar, dass ich nicht nur einen komfortablen Polster von einigen Minuten herausgelaufen habe, sondern auch eine Zeit unter 1 Stunde 45 Minuten laufen könnte, sollte ich dieses Tempo beibehalten können!

Doppelt motiviert habe ich das Tempo gehalten und mich auch von einem von mir selbst ins Gesicht gekippten Wasserbecher an der Labstation (während des Laufens aus einem Becher zu trinken will gelernt sein!) nicht vom Ziel abbringen lassen. Ein halber Energieriegel ein paar Kilometer vor dem Ziel (ausgerechnet während dieser Minute hat mich der offizielle Fotograf geknipst) hat mir die notwendige Energie gegeben, von der Zuschauermenge angefeuert einen Zielsprint mit 3:52er Pace hinzulegen!

 

Das Ergebnis

1 Stunde 43 Minuten 14 Sekunden - 1:43:15

Und en passant auch noch meine Beste Zeit für 1 km, 5 km, 10km und eben 21,1 km gelaufen!

Ausserdem war es schon immer einmal ein Traum von mir, einen Wettbewerb mit einer Pace unter 5 Minuten zu laufen. 2016 habe ich das einmal bei einem Linzer City Night Run geschafft - allerdings waren das nur 5200 Meter! Hier waren es 21,1 Kilometer und meine Pace war 4:54!

 

Fazit

Damit habe ich selbst in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet! Meine bisherige Halbmarathonbestzeit um fast 12 Minuten unterboten! Ich war nicht einmal erledigt. Einzig meine bekannten Problemzonen haben geschmerzt, aber nicht viel (hab vor dem Rennen prophylaktisch eine Seractil forte eingeworfen).

Mit etwas mehr Vernunft im Training und etwas weniger Kleidung wäre wohl eine bessere Zeit drinnen gewesen, aber ich bin auch so total zufrieden mit mir und stolz auf diesen Lauf!

Ausserdem gibt es auch nächstes Jahr wieder einen Marathon in Linz (und in Wien, und in ...)

 

 






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